EWTO-Schulen  Sifu Alexander H.Mattner
   Lemgo    Bad Salzuflen    Kalletal

WingTsun und Frauen

 



Sozialisation, „typisch“ weibliche Erziehung, Frauen und Gewalt - über diese Fragen wird im WingTsun-Unterricht für Frauen gesprochen.

Mit dem Ziel, ein Bewusstsein für die eigene Position, für das oft unreflektierte Rollenverhalten zu bekommen.    Theorie allein genügt da nicht. In Rollenspielen á la Café und vielen anderen nachempfundenen Alltagssituationen werden die Wahrnehmung und die Sensibilität für mehr oder weniger gefährliche Situationen geschult. Hier erleben viele Frauen Überraschungen, hätten nie gedacht, dass gerade sie eine typische „Opferhaltung“ einnehmen.  Damit unterscheidet sich    das WingTsun-Angebot erst einmal nicht von anderen seriösen Selbstverteidigungskursen für Frauen.  Frauen. Sabine Mackrodt, Leiterin  der Kasseler WingTsun-Frauenschule, bringt es auf den Punkt: „Technik und ´Kopf´zusammen entscheiden über die Wehrhaftigkeit einer Frau; über den Ausgang eines Kampfes.“  nd genau das bietet WT seinen Schülern. Eine perse wirkungsvolle Technik mit einem aktiven Selbstbehauptungstraining. Da ist es erst einmal egal, ob Mann oder Frau    den Weg des stetigen und effizienten inneren Wachstums gehen.  Nur für Frauen ist dies als Basis einer wirkungsvollen Technik entscheidend. Wer WT lernt, lernt sich selbst zu behaupten. Und genau das ist der Kern einer sinnvollen Selbstverteidigung, gerade für Frauen, die es nie gelernt haben.Ob nun Frauen den Weg allein oder mit Männern gemeinsam gehen, da streiten sich auch die WingTsun-Frauen. Die einen sagen, sie trainieren nur mit Männern, damit sie so die lähmende Angst am lebenden „Objekt“ in den Griff bekommen. Die anderen dagegen schätzen die Nische einer reinen Frauenklasse. Das WT-Angebot ist groß, und so kann letztlich jede Frau für sich entscheiden, was für sie gut ist.

Mackrodt ist Verfechterin von „männer-freien Räumen“ während des Trainings: „In ihrem individuellen Tempo lernen Frauen, Aggressivität, Kampfgeist und Härte im entscheidenden Moment nach außen zu tragen. Dabei können sie sich an ihresgleichen messen und so ihre Stärken und Schwächen kennenlernen. Schließlich müssen sie nachholen, was Jungen von frühesten Kinderbeinen an drauf haben.“ Mit Männerfeindlichkeit hat das alles nichts zu tun. Den WT-Frauenkursen geht es vor allem darum, Frauen mittels eines langfristigen Prozesses die Möglichkeit zu geben, den Alltag entspannter und lustvoller genießen zu können. Um, zum Beispiel, am Sonntagnachmittag im Café bei Capuccino und Krimi auch mal kraftvoll „Nein“ sagen zu können, wenn Frau danach ist.

WingTsun Von Frauen für Frauen

Angst vor düsteren Parkhäusern, vor fremden nächtlichen Schritten auf dem Gehsteig oder vor der Fahrt in der letzten U-Bahn?  Junge Frauen kennen diese Ängste. Doch nicht nur sie allein.    Auch Männern wird es mulmig, wenn ihnen nachts eine Horde "undefinierbarer Gestalten" entgegenkommt oder sie ausgerechnet durch die eine berüchtigte Straße der Stadt müssen. Angst vor Gewalt ist Frauen-und Männersache.  Frauen und Mädchen kennen sie gleich im Doppelpack, denn die Angst vor sexueller Gewalt kommt noch hinzu.

Antwort auf das gesellschaftliche Phänomen ist ein schier undurchdringlicher Dschungel von Selbstverteidigungskursen, die rasche Hilfe und schnelles Selbstbewusstsein versprechen. Viele von ihnen wissen nicht wirklich, was sie tun und lehren Techniken ohne Substanz.

WingTsun dagegen fängt da an, wo andere noch nicht einmal die Angst vermuten: in der Analyse und Wahrnehmung alltäglicher Beschränkungen. Einschränkungen aus Angst oder (un-)bewusster Konfliktscheu gehören zum Alltag. Sie reichen vom stummen Platzwechsel im Bus, nachdem jemand ungefragt auf Tuchfühlung gegangen ist, über den ungewollten Abend zu Hause, weil das Taxi zu teuer, die U-Bahnfahrt aber zu riskant scheint.

Schachspiel für Körper und Geist

WingTsun - oder kurz WT - überzeugt vor allem aus einem Grund: Es gibt keine effektivere Technik. WingTsun ist nicht „versportlicht“ und verfügt daher über keinen festen Regelkanon. Was zählt, ist körperliches Reaktionsvermögen in jeder Situation, denn kein Angreifer hält sich an Regel. Wer WingTsun lernt, entwickelt einen hohen Grad an Präzision, gepaart mit verblüffender Geschwindigkeit, deren Basis fließende, weiche Bewegungen sind. Im Training mit Partnern - es gibt sowohl gemischte Schulen als auch zunehmend reine Frauenkurse - wird die Fähigkeit entwickelt, am gesamten Körper den nie genutzten Tastsinn zu reaktivieren. Durch den Aufbau dieser taktilen Reflexe ist beispielsweise ein Arm nicht nur Werkzeug, sondern auch Informationsempfänger. Das Werkzeug denkt, entscheidet und muß nicht mehr bewußt geführt werden.

André Karkalis, Sprecher der Europäischen WT Organisation (EWTO), vergleicht die Technik mit einem Schachspiel für Körper und Geist: „WT nimmt die Kraft des Angreifers unmittelbar auf, lenkt sie in eigene Kraft um, verstärkt sie und richtet sie   gezielt gegen den Angreifer. So hat ein WingTsun´ler in gewisser Weise Ähnlichkeit mit einem Schachspieler. Auch er ist eins mit seinen Figuren und kennt instinktiv seinen nächsten Zug, weil er das Handeln seines Gegenübers schon vorher durchdacht hat.“ Schüler lernen, sich zu behaupten und - im Fall des Falles - auch zu wehren. Der Grundsatz lautet aber immer: 

WT-Schüler und -Lehrer vermeiden Gewalt.

Technik + persönliches Wachstum = Selbstbewusstsein

Das A und O des WT-Systems ist die gekonnte Mischung aus geschärfter Wahrnehmungsfähigkeit und effektiver Technik. Beides zusammen stärkt das Selbstbewußtsein und rüstet auch für den Notfall. Denn im Training lernen die Schüler ihre Sinne neu kennen und entdecken ihren Körper mit all seinen Potentialen. Die frühe und sensible Wahrnehmung von Gefahren verhindert nun öfter, überhaupt in gefährliche Situationen zu schlittern. Gerät man trotzdem hinein, dann haben WingTsun´ler das Vertrauen in ihren Körper und eine hilfreiche Technik  zur Hand.

Die Bewegungsabläufe von WT haben wohlklingende chinesische Namen.

So bedeutet „Jam Sao“ etwa „sinkender Ellenbogen“ oder „Huen Sao“ die "drehende Hand“. „Bong Sao“ beispielsweise ist der „Schwingenarm“, mit dem der Aufprall eines Angriffs in aktive Gegenwehr umgewandelt wird.

Der Name WingTsun selbst leitet sich aus der Legende ab, nach der in China vor rund 250 Jahren in Kriegszeiten für ungeschützte Zivilisten eine wirkungsvolle Verteidigungstechnik entwickelt wurde. Eine Frau gehörte zu den Gründern, sie hieß „WingTsun“, was „schöner Frühling“ bedeutet.

WT kam vor rund 30 Jahren durch Keith R. Kernspecht nach Europa und somit auch nach Deutschland. Seitdem wurde WT kontinuierlich aufgebaut: Heute gibt es allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 2.000 Schulen, in denen gut ausgebildete und regelmäßig geprüfte Lehrer  WingTsun unterrichten.  Für den hohen Aus- und Weiterbildungsstandard steht die Europäische WT Organisation (EWTO), die ihren Sitz in Heidelberg hat.Dort sorgt   Dr. Keith R. Kernspecht und seine Großmeister für die permanente Weiterentwicklung der traditionelle Selbstverteidigungstechnik.  
 Seit 1976 ist er Cheftrainer der europäischen Dachorganisation und seitdem in Sachen WingTsun auch immer wieder in Fernost unterwegs. Die EWTO pflegt einen ständigen Austausch mit ihrem WT-Großmeister Leung Ting in Hongkong.

Intensives Training und Stärkung des Gesundheitsbewußtseins

 Was für den Laien auf den ersten Blick einfach aussieht, ist das Ergebnis intensiven Trainings. Und so brauchen Anfänger vor allem eins, wenn sie mit WingTsun starten: Ausdauer. Denn echte Selbstverteidigungsfähigkeit läßt sich nicht in kurzen Wochenendkursen erlernen. Ansonsten ist WT offen und möglich für jedermann. Weder Muskelkraft noch Kondition sind die Voraussetzung, sondern die Bereitschaft, sich auf seinen Körper einzulassen, seine Stärken kennenzulernen und zu nutzen.

Die Antwort auf den typischen Schüler muss unbeantwortet bleiben, es gibt ihn nicht. In den Kursen treffen sich Menschen jeden Alters, jeder Ausbildung und sportlichen Vorbildung.

Durch WT-Bewegungen, die degenerierte Bewegungsmuster aufbrechen, um die natürliche Körpermechanik wieder „zu reaktivieren“, geht das Training auf zivilisationsbedingte Krankheiten wie zum Beispiel Haltungsschäden oder verschleißende Gelenkbelastungen ein. Ausgeglichenheit, Entspannung und eine gute Körperbeherrschung sind die positiven Ergebnisse. Schüler sind nicht zuletzt von WingTsun begeistert, weil diese Kampfkunst viel mit persönlicher Weiterentwicklung zu tun hat.

Die Fähigkeiten des einzelnen werden gefördert und ausgebaut. Das wichtigste bei all dem ist aber:                           

WingTsun macht einfach Spaß.